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Leishmaniose, (k)ein Grund, sich für einen Hund zu entscheiden?!
15.11.2014, 13:49
Beitrag: #1
Lightbulb Leishmaniose, (k)ein Grund, sich für einen Hund zu entscheiden?!
Hallo!

Mein Name ist Antonia, ich wurde im November 2009 auf der Kreta-Hunde Seite vorgestellt. Hier seht ihr mich, wie ich damals aussah:

[Bild: 20128585iy.jpg]


und hier mit meiner damaligen Freundin Caprice:

[Bild: 20128587tj.jpg]


Nachdem Verena Hautveränderungen etc. bei mir feststellte, wurde im März 2010 ein Bluttest auf Mittelmeerkrankheiten durchgeführt, welcher positiv auf Leishmaniose war. Es wurde eine Therapie mit Allopurinol und Milteforan (eine Art Chemo) eingeleitet, was super bei mir anschlug. Allerdings nahm es mich äußerlich doch etwas mit und Verena wollte meinem neuen Frauchen eigentlich gar keine aktuellen Fotos schicken, aus Angst, sie würde mich nicht mehr wollen. Schaut mal, so sah ich im April 2010 aus, mitten in der Therapie, auch schön mit weißer Brille am Auge (LMSchubanzeichen):

[Bild: 20128586zr.jpg]
(2 Wochen später wurde ich ausgeflogen)

Viele Menschen würden jetzt wahrscheinlich entsetzt aufschreien und sich dieses Elend nicht antun wollen, denn so KANN ein Leishmaniose Hund während eines Schubes aussehen. Das ließ mein neues Frauchen aber kalt, denn Verena sprach immer nur gut von mir, erklärte seeeehr viel über meine Krankheit, war laut Frauchen immer für sie da, wenn mal wieder Fragen aufkamen. Frauchen und Verena standen in ständigem Emailkontakt und auch heute, 4,5 Jahre nach meinem Umzug nach Deutschland, ist Verena noch an unserer Seite und würde von jetzt auf gleich alles liegen lassen und eine email schreiben, wenn es hier "mal brennt"!

Die ersten Tage in Deutschland waren schwer für mein Frauchen, denn wir wurden komisch angeguckt, ich sah immerhin sehr zerpflückt aus. Frauchen und Herrchen sind aber gut damit umgegangen, haben erklärt, was mit mir los ist und nach ein paar Tagen hat es sich überall herum gesprochen und wir wurden von anderen Hunden NICHT mehr gemieden. Auch in der Hundeschule lief es ohne Probleme, auch wenn uns meine Trainerin sagte, hier sollen wir es lieber für uns behalten, denn es gibt auch naive und ignorante Menschen, die "mit so etwas" nichts zu tun haben wollen. So hatte ich da halt einfach eine Futtermittelallergie und gut war es Angel

Während meiner ganzen Zeit hier in meiner neuen Familie gab es nie Anzeichen für einen Schub, auch als ich einmal am Bein Fell verlor (vom Lecken), wurde ein Leishmaniose Schub ausgeschlossen!
Natürlich haben wir viele Horrorgeschichten im Internet gelesen und gesehen, sogar der Tierarzt von Frauchens altem Hund riet ihr wehement davon ab, mich zu nehmen, denn "solche Hunde leiden nur, denen wachsen die Krallen unkontrolliert weiter und irgendwann können die nicht mehr laufen, das Fell fällt denen aus und die Organe werden irgendwann versagen. So einer hat keine hohe Lebenserwartung!".
Doch statt auf den Tierarzt zu hören, hörte Frauchen auf ihr Herz und auf eine Spezialistin für diese Krankheit (böses Loch ins Portemonnaie hat die Beratung gefressen).

Man sagt immer, LM-Hunde sollten Purin arm gefüttert werden, sie sollten nicht geimpft werden, OP-s und Stress sollten vermieden werden.
Zu Anfang hielt sich Frauchen dran, doch jetzt werde ich seit 3 Jahren mit Trockenfutter gefüttert (keine Marke!, hoher Puringehalt), werde wegen Auslandsurlaube gegen Tollwut geimpft (sonst gegen nix) und habe auch manchmal Stress.

Mittlerweile habe ich mich auf ca 15 kg eingeschossen, bei einer Größe von 42 cm. Ja ich weiß, es sind ein paar Kilos zu viel, aber wisst ihr, wie gut Leckerlies schmecken? Rolleyes

Zu Anfang wurde mir jedes halbe Jahr Blut abgenommen, für eine Titer Bestimmung (zeigt an, ob die Krankheit gut behandelt wird). Die Werte wurden immer besser, nach einiger Zeit wurde von einer ganzen 300er Allopurinol Tablette auf eine halbe umgestellt und die Werte werden weiterhin besser. Auch Leber und Nieren sind top.
Frauchen meint, wenn es so weiter geht mit den Werten, werden wir uns bald ums Futter kümmern und dann noch weiter runter können mit der Dosierung.

So und als letztes habe ich euch noch eine Fotostrecke gebastelt, in der ihr meinen Werdegang sehen könnt. Ach und vergleicht dann doch mal meine Fotos mit Rosi/Rossy (Glückshunde Seite 19) und mit Giovanni (Seite 23). Na? Also wenn das mal keine Ähnlichkeit ist!

Antonias Fotostrecke (die verlinkten Bilder lassen sich auch noch vergrößern, einfach anklicken und dann von links nach rechts scrollen)

Also ihr lieben neuen Hundebesitzer, bitte lasst euch von den Gruselgeschichten im Internet nicht zu sehr schocken. Natürlich kann es einen anderen Verlauf nehmen, besonders wenn es nicht nur um Leishmaniose geht, aber haben nicht besonders wir kranken Hunde es verdient, eine zweite Chance zu bekommen?
Einen gesunden jungen Welpen aufnehmen kann doch jeder, das macht euch doch nicht zu etwas Besonderem. Stellt euch der Herausforderung, einen ausgewachsenen und gebildeten Charakter zu adoptieren. Zeigt der Welt, dass ihr ein Heart für die Unbeachteten und (mit Absicht) Übersehenen und Verlassenen habt!


Ich danke euch für eure Aufmerksamkeit,

eure Antonia

P.S.: Vielleicht finden sich ja noch ein paar andere Hunde, die hier ihren Werdegang mitteilen möchten, was Mittelmeerkrankheiten angeht?
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02.12.2014, 16:10 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 02.12.2014 16:11 von Sabrina.)
Beitrag: #2
RE: Leishmaniose, (k)ein Grund, sich für einen Hund zu entscheiden?!
Ich freue mich sehr, dass es eurer Antonia trotz der LM so gut geht! Weiter so!

(15.11.2014 13:49)Antonia schrieb:  Ach und vergleicht dann doch mal meine Fotos mit Rosi/Rossy (Glückshunde Seite 19) und mit Giovanni (Seite 23). Na? Also wenn das mal keine Ähnlichkeit ist!


Bei uns lebt seit September 2013 Rossy's Schwester Sabach (Sabi). Ja, eine gewisse Ähnlichkeit lässt sich nicht leugnen Smile

[Bild: 20284023yi.jpg]

(15.11.2014 13:49)Antonia schrieb:  P.S.: Vielleicht finden sich ja noch ein paar andere Hunde, die hier ihren Werdegang mitteilen möchten, was Mittelmeerkrankheiten angeht?

Unser Rüde Marley wurde im Herbst 2010 in Athen über mehrere Wochen wegen Ehrlichiose mit Doxy behandelt, auch er zeigt glücklicherweise bisher keine Symptome einer chronischen Erkrankung.

Liebe Grüße
Sabrina
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